Eine persönliche Erklärung von Urgyen Sangharakshita

Nächstes Jahr werden wir das 50jährige Bestehen von FWBO/Triratna feiern. Das wird ein Anlass zur Freude und zur Dankbarkeit für die Drei Juwelen sein, ein Anlass, uns aufs Neue den Idealen zu weihen, für die Triratna steht.

Für mich als Gründer von Triratna wird es ein besonders bewegender Anlass sein. Ich habe mehr als einmal gesagt, dass ich nicht die bestgeeignete Person war, eine neue buddhistische Bewegung zu gründen, sondern die einzige, die zur Verfügung stand – und gelegentlich beteuerten Freunde sich selbst wie auch anderen gegenüber, diese Aussage sei nicht wörtlich zu verstehen, sondern nur ein Zeichen meiner Bescheidenheit. Dies ist aber nicht der Fall. Schon damals meinte ich was ich sagte wörtlich, und ich meine es noch heute wörtlich.

Mit mir als Gründer trägt Triratna gelegentlich nicht das Kennzeichen des Dharma, sondern das meiner eigenen besonderen Persönlichkeit. Diese Persönlichkeit ist komplex, und in mancher Hinsicht habe ich nicht im Einklang mit dem gehandelt, was meine Stellung in der Bewegung verlangte und selbst nicht als echter Buddhist. Dabei denke ich besonders an Zeiten, in denen ich andere Buddhisten, ob in Triratna oder außerhalb, verletzt, ihnen Leid zugefügt oder sie verärgert habe.

Diese Gedanken lasteten besonders im Lauf der letzten Woche auf mir, als ich mit einer Lungen-entzündung im Krankenhaus lag. Wie mir durchaus bewusst war, können Lungenentzündungen für einen Mann meines Alters tödlich sein, und ich wusste, dass ich sterben könnte, obwohl ich trotz schwerer Krankheit nicht das Gefühl hatte im Sterben zu liegen.

Ich möchte darum mein tiefes Bedauern über all die Gelegenheiten zum Ausdruck bringen, bei denen ich andere Buddhisten verletzt, ihnen Leid zugefügt oder sie verärgert habe, und ich bitte sie um Verzeihung.

Urgyen Sangharakshita
Adhistana
30. Dezember 2016

Update vom 8. Februar 2017: Sangharakshita hat bestätigt, dass seine Entschuldigung sich an alle richtet, denen er in irgendeiner Weise Leid zugefügt hat, einschließlich jener, die zwar jetzt keine Buddhisten mehr sind, es zur damaligen Zeit aber waren, und ihrer nichtbuddhistischen Familien und Freunde. Er möchte auch klarstellen, dass seine Erklärung ein Eingeständnis war. Ein Eingeständnis im buddhistischen Sinne bedeutet anzuerkennen, die buddhistischen Vorsätze übertreten zu haben, und ist daher im vollsten Sinne anderen Buddhisten gegenüber möglich. Seine Erklärung war daher an Buddhistinnen und Buddhisten gerichtet, ob innerhalb oder außerhalb Triratnas, weil das Eingeständnis von Fehlern Teil des spirituellen Kontextes darstellt, den er mit anderen Buddhisten teilt.